HVMV

Handballverband Mecklenburg/Vorpommern e.V.

Vom Handball kommt er nie los

Mai 31, 2022

Peter Rauch stellt sich nach acht erfolgreichen Jahren als HVMV-Präsident aber nicht zur Wiederwahl

Wenn am 11. Juni der Verbandstag des HVMV stattfindet, wird auch das Präsidium neu gewählt. An dessen Spitze steht seit 2014 Peter Rauch aus Schwerin mit großer Handball-Kompetenz und viel Engagement. Doch er stellt sich nicht erneut zur Wahl. Darüber informierte der 71-Jährige das Präsidium im März. Die Gesundheit spiele nicht mehr immer so mit, wie sie aus seiner Sicht für den vollen Einsatz als Präsident notwendig wäre, begründete er. Denn halbe Sachen waren nie sein Ding, weder als Spieler in der erfolgreichen Mannschaft von Post Schwerin und Schiedsrichter mit seinem Partner Klaus-Peter Hopp in der 1. Bundesliga noch in verantwortungsvollen Positionen nach den aktiven Laufbahnen. Peter Rauch ist verheiratet, hat zwei Söhne (44 und 41 Jahre alt) und vier Enkel. Rüdiger Rump, der ihn fast ein halbes Jahrhundert als Handballer sowie beruflich und privat kennt, stellte ihm vor dem Verbandstag fünf Fragen.

Wie schwer fiel die Entscheidung, nicht wieder als HVMV-Präsident zu kandidieren?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mir diese Entscheidung nicht einfach gemacht habe, andererseits für mich aber auch logisch war. Ich werde im Juni 72 und nach insgesamt 33 Jahren im sportlichen Ehrenamt als Präsident des SV Post Schwerin (22 Jahre), jahrelanges Mitglied des Präsidiums der Handball-Bundesliga und nun acht Jahre im HVMV ist mit dem Verbandstag der Zeitpunkt gekommen, das Heft des Handelns in die Hände Jüngerer zu geben. Wir sind im Handballverband gut aufgestellt und deshalb blicke ich da auch ohne mich sehr optimistisch in die Zukunft. Menschlich und finanziell ist alles im Lot, was mir das Loslassen einfacher macht.

Woran erinnerst Du dich besonders gern in Deiner Amtszeit?

Für mich war immer besonders wichtig, dass unsere Zusammenarbeit im Präsidium von großem Vertrauen, von Offenheit und Loyalität geprägt war. Das werde ich immer in guter Erinnerung behalten. Das war auch die Grundlage für die vorzeigbaren guten Entscheidungen, wie beispielsweise unser Final Four, der Tag des Jugendhandballs, die Etablierung eines Lenkungsausschusses Leistungssport und die Benennung einer Arbeitsgruppe Beachhandball, aus der wir inzwischen einen Ausschuss gebildet haben. Wichtig für die Entwicklung im Nachwuchshandball war es ebenso, dass es uns gelungen ist, gemeinsam mit den Vereinen und den Bezirkshandballverbänden drei Verbandsnachwuchstrainer in den Regionen Nord, Ost und West einzustellen. Und ich freue mich, dass der Bundesrat des DHB Mitte Mai nach jahrelanger Vorarbeit zum 1. Januar 2023 eine eine Richtlinie zur Ausbildungskostenentschädigung beschloss, für die ich mich auch persönlich sehr eingesetzt habe. Damit wird gute Nachwuchsarbeit kleinerer Vereine entlohnt. Sie können künftig nicht nur stolz sein, ein Talent für die höheren Ligen ausgebildet zu haben, sondern es kommt auch zusätzliches Geld in die Kasse, um auf diesem Weg weiterzumachen.

Gab es auch Momente, in denen Du am liebsten hingeschmissen hättest?

Diesen Moment gab es nie und Gedanken daran spielte nie eine Rolle, wenngleich natürlich auch bei uns nicht immer alles „Friede, Freude Eierkuchen“ war. Ich habe stets sehr darauf geachtet, dass uns unser Job im Ehrenamt in erster Linie Spaß an unserer Arbeit für unseren so geliebten Handballsport bringt.

Es gibt noch weitere personelle Veränderungen im Präsidium, doch du beendest die Wahlperiode mit einem intakten Verband. Was wünscht Du deinem Nachfolger am meisten?

Ihr/Ihm wünsche ich, dass es weiterhin gelingt, die hohe Fachkompetenz und die hohe Einsatzbereitschaft des Präsidiums und des Erweiterten Präsidiums zu bündeln, um den HVMV weiterzuentwickeln. Es gilt für unsere Vereine, als die Mitglieder dieses Verbandes, die Impulse zu vermitteln, die benötigt werden, um unseren Handballsport konstant in eine gute Zukunft zu führen.

Verabschiedest Du dich komplett vom Handball?

Der Abschied aus dem Präsidium wird für mich kein Abschied vom Handball sein. Ich werde auch weiterhin die Entwicklung des Handballs in MV sehr interessiert verfolgen und sicher hier und da Spiele ansehen. Und wer es möchte, kann mich auch künftig ansprechen, wenn ein Rat für die Lösung diese oder jenes Problems gewünscht wird.

Foto: Privat