Rostocker Handball-Legende feierte 95. Geburtstag

Aug. 18, 2026

Gerd Langhoff bestritt 20 Länderspiele und gab mit Günter „Paule“ Mundt 1958 das erste Handball-Lehrbuch heraus

Eine Rostocker Handball-Legende wurde in dieser Woche 95: Gerd Langhoff. Herzlichen Glückwunsch sowie weiterhin eine stabile Gesundheit! Er lebt heute in Wittenförden bei Schwerin.

Der Jubilar gehörte in den 1950er Jahren zu den profiliertesten Handballern Deutschlands. Mit der BSG Motor und später SC Empor Rostock holte Langhoff von 1953 bis 1957 fünf Hallen-Titel plus 1955 das Double auf dem Feld. Gern erinnert sich Gerd der 1957 ausgetragenen Duelle zwischen der DDR und BRD: „Das war im Feldhandball. In Hannover waren es 45 000 Zuschauer, in Leipzig sogar 80 000.“

Für die damalige Dominanz des Rostocker Handballs führte der emeritierte Professor und ehemalige Direktor des Instituts für Körpererziehung der Uni Rostock drei Gründe an: „Wir besaßen eine Mannschaft mit hoher Spielintelligenz. Zu unserer Entwicklung trugen auch Vergleiche mit dem THW Kiel und Flensburger TB sowie schwedischen Vertretungen bei. Außerdem waren wir auf und außerhalb des Parketts eine eingefleischte Truppe.“

Aus den genannten Partien gegen die Skandinavier übernahmen die Hansestädter auch die Raumdeckung – das 3:3-System. Der Linkshänder absolvierte 20 Länderspiele, gewann mit der DDR 1953 bei den Weltfestspielen in Moskau Gold. 1954, der DDR-Sport war international noch nicht anerkannt, wollte BRD-Coach Fritz Framm die Rostocker Günter „Paule“ Mundt, Klaus-Dieter Matz und Langhoff in das später bei der WM in Schweden Platz zwei belegende Team integrieren – Ablehnung seitens der DDR aus politischen Gründen.

Ab April 1956 trug Gerd Langhoff das Trikot des SC Empor. „Wir Spieler wollten die Delegierung von Motor in den Club eigentlich nicht. Wir fühlten uns der BSG der Neptunwerft verbunden. Einige von uns arbeiteten im Unternehmen. Zudem stellte uns die Werft auch immer den Bus für Auswärtspartien. Wir sahen uns echt als Werftler“, gesteht Gerd.

Langhoff, der mit Mundt 1958 das erste Handball-Lehrbuch und später weitere Publikationen herausgab, beendete 1961 seine Laufbahn. Wird der Jubilar zu seinem wertvollsten DDR-Titel befragt, kommt die Antwort: „1957 das 17:15 über Eisenach. Torwart Hans Beier war verletzt. Mit Günter Kikillus musste ein Spieler zwischen die Pfosten. Aus einem 8:12 gelang uns noch der 17:15-Sieg.“

Das war der erste Meistertitel unter den Namen SC Empor. Weitere fünf, an denen auch Sohn Holger Anteil hatte, folgten. „Mit Interesse verfolge ich immer noch den HCE“, sagt Gerd Langhoff getreu dem Motto „Einmal Rostocker Handball, immer Rostocker Handball“.

Bernd-Dieter Herold/NNN

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Gerd Langhoff war Nationalspieler und Rostocker Handballer mit Empor-Gen. Jetzt wurde er 95 und lebt in Wittenförden bei Schwerin.

Foto: Privat